←    zurück     Index     weiter   →

 

 

blaues Kätzchen sanft in der Prinzessin Schoß.

Nun geschah das große Wunder: Der starre Blick

der Prinzessin wechselte in Überraschung. Das

blasse Gesichtchen begann plötzlich zu glühen.

Ihre Augen schienen mit einem Mal zu erwachen,

und sie rief: „Papa, Papa - schau nur, das ist es!“

Der Blick des Königs wanderte langsam von einem

zum andern und blieb an dem blauen Wollknäuel in

Ahava’s Schoß haften - zuerst misstrauisch, dann

neugierig, und dann - „Ahava, was ist das?“

Behutsam nahm er die kleine blaue Katze hoch und

schaute in ihre Augen - diese strahlten so golden,

als sei die Sonne gerade aufgegangen. Ihm wurde

plötzlich richtig wohl ums Herz - alles Eis, das sich

im Laufe der Jahre in seiner Brust aufgeschichtet

hatte, begann, in Windeseile zu schmelzen. „Ja -

Ahava, das ist es!“ rief er und konnte seinen Blick

nicht mehr von der Katze lösen. Seine Augen

hatten plötzlich einen merkwürdig feuchten Glanz.

Hatte dieses kleine pelzige Etwas es doch

tatsächlich geschafft, dem alten, einsamen König

Tränen des Glücks zu entlocken.

Ahava lächelte, als der Vater ihr das Kätzchen

zurückreichte. Ihre Finger versanken im dichten

 

blauen Pelz und begannen, zu kraulen. Die Katze

fand diese Liebkosung schön und bekundete dies

mit sanften Schnurrtönen. „Vater, ich werde sie

Esperanza nennen, denn ich glaube fest daran,

dass sie die Hoffnung in unser Land zurückbringt.“

jubelte die Prinzessin. An den jungen Mann

gewandt, meinte sie lächelnd: „Meine Diener

werden Dir ein schönes, heißes Bad richten und

frische, saubere Kleidung bereitlegen.

Anschließend soll ein Festessen veranstaltet

werden, wie Du es noch nie zuvor erlebt hast.“

Als Celavie, so hieß der junge Mann sich sauber

und gut gekleidet zu Tisch begab, verneigten sich

alle Bediensteten vor ihm, als sei er der König

persönlich. Der alte König trat ihm entgegen und

fragte schmunzelnd: „Mein Sohn, hast Du etwas

dagegen, wenn ich Dir mein Töchterchen

anvertraue? Sonne und Glück hast Du in unser

Schloss zurückgebracht - das sollten wir

festhalten! Deshalb möchte ich, dass Du Ahava

heiratest und später mein Nachfolger wirst.

Du hast es redlich verdient, mein Sohn!“

Er nahm ihn bei der Hand und führte ihn zu Ahava.

Diese schaute mit strahlenden Augen zu ihrem

Vater und überlegte: „Du, mein Vater, findest

Du nicht, dass alle Menschen unseres Reiches

an...

                      hier geht es weiter